Durch Akzeptanz zur Seelenheilung

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Dieser Text ist der Abschluss der beiden Texte über die Ursachen innerer Blockaden  „Die Gnade des Widerstands“ und „Widerstand und spirituelles Wachstum“.

Die meisten Menschen sind sich sehr wohl bewusst, dass sich hinter ihrer nach außen dargestellten Persönlichkeit etwas Unbekanntes verbirgt, das gemeinhin als Schatten bezeichnet wird. Viele haben Angst vor ihrer dunklen Seite, die immer wieder an die Oberfläche drängt und scheinbar nicht kontrolliert werden kann. Manche halten diese unbewussten Energien gar für schwarz und böse.

Wie gehen wir mit den verleugneten und verdrängten Energien um, die uns auf dem Weg nach Innen begegnen?
Als erstes muss verstanden werden, dass es sich dabei nicht um etwas Fremdes oder Feindseliges handelt, auch wenn die Konfrontation mit unseren Schatten, unserer Angst, Wut und Schmerz zuerst diesen Eindruck nahelegt.

Um uns diesem Thema anzunähern, möchte ich kurz auf die wirkliche Natur der Dinge eingehen.

Alles in dieser Welt, innen wie außen, ist aus Gegensatzpaaren aufgebaut, die die beiden Polaritäten eines größeren Ganzen bilden.
Wir leben in der Welt der Dualität.
So wie Lichtschalter ein „Aus“ benötigt, um ein „An“ haben zu können, braucht jedes Objekt immer seinen Gegenpol um sich davon abzugrenzen und sich darüber zu definieren. Wir wüssten nicht, was ein Tag wäre, gäbe es nicht die Nacht.
Sommer kann es nicht ohne Winter geben, Licht nicht ohne Dunkelheit, Liebe nicht ohne Hass, Glück nicht ohne Leid und Stille nicht ohne Lärm. Doch der Winter ist nicht der Feind des Sommers und der Tag nicht der Feind der Nacht. Beide brauchen einander um zu existieren und gemeinsam bilden beide ein größeres, übergeordnetes Ganzes, das beide Pole in sich vereint und doch mehr ist als die Summe beider Teile.
Ausnahmslos alle polaren Gegensätze stellen die Vorder- und Rückseite von etwas Größerem dar und beinhalten in sich bereits Ihren Gegenpol. Sehr schön beschreibt dies das chinesische Yin und Yang-Symbol.

Auch die Schatten, die uns auf dem Weg nach Innen begegnen, sind nur die Rückseite dessen, was wir bereits kennen. Es ist exakt die gleiche Energie, die einfach nur in eine Gegenrichtung schwingt.
Trauer ist die Rückseite der Freude. Hass ist Liebe, die auf dem Kopf steht. Nicht ohne Grund kippen Liebesbeziehungen gelegentlich in blanken Hass um, wenn unausgesprochene Vorstellungen oder Erwartungen nicht erfüllt werden.
Es kann keine Liebe ohne Hass geben, Liebe braucht den Hass als Hintergrund um als Liebe erscheinen zu können. Genauso braucht Glück die Traurigkeit um als Glück wahrgenommen werden zu können.

Dieses kosmische Prinzip gilt universell, ganz gleich ob wir uns mit der spirituellen Welt, dem inneren Kosmos, oder mit der materiellen physischen Welt befassen. Den Energien, Gefühlen oder Gedanken in unserem Inneren entsprechen in der physikalischen Welt Elementarteilchen, die kontinuierlich als Materie und Antimaterie erscheinen. Sie steigen als Quantenfluktuation aus dem Vakuum auf und lösen sich wieder darin auf.
Ebenso steigen auch unsere Gedanken und Gefühle spontan und unverursacht aus dem Nichts, dem leeren Raum in uns auf und vergehen wieder darin, ohne eine Spur zu hinterlassen.
Mit diesem Verständnis erscheinen die Schatten, die uns begegnen, schon wesentlich weniger bedrohlich. Wir wissen jetzt, dass sie einfach nur die Rückseite dessen sind, was wir ohnehin schon erfahren und als Teil unserer Persönlichkeit bereits akzeptiert haben.

Wenn wir jetzt Wut, Angst, Eifersucht oder Trauer in uns entdecken, können wir lernen, diese nicht mehr abzuwehren, sondern innezuhalten und dieses Gefühl wie einen inneren Wind durch uns hindurchströmen zu lassen, ohne etwas damit zu machen. Wir greifen nicht nach unseren Geistesinhalten und stoßen sie nicht weg. Wir schauen nicht einmal explizit hin, denn auch das Hinschauen beinhaltet häufig eine verborgene Ablehnung. Ein Schauen ohne innewohnende Unterschwingung von weghaben-wollen gleicht mehr einem Betrachten aus dem Augenwinkel, ein zur–Kenntnis-nehmen ohne den Wunsch, mit dem Wahrgenommenem etwas machen zu wollen.

Wenn wir unsere Erwartungen, Ideen und Vorstellungen beiseitelassen und einfach nur geschehen lassen, alles aufsteigen lassen, geschieht etwas sehr interessantes.
Als erstes bemerken wir, dass es in uns spürbar lebendiger wird.
Um ein Gefühl nicht zu fühlen, müssen wir das gesamte Feld, in dem es erscheint, herunter dimmen. Wenn du nicht bereit bist, Schmerz zu spüren und diese Ebene deines Seins ausblendest, wirst du auch nicht mehr in der Lage sein, Freude zu empfinden.
Wenn du die Traurigkeit nicht sehen willst, ist auch das Glück gelähmt. Wer die Veränderung, das kontinuierliche Abtauchen und Vergehen von Erfahrungen nicht zulassen kann, dessen Leben erstarrt in krampfhaftem Festhalten und Anklammern.
Wer den Tod, das kontinuierliche Loslassen nicht erlauben kann, kann auch das Leben in sich nicht vollständig zulassen. Das Leben benötigt den Hintergrund des Todes um vor diesem frei strömen zu können.

Erst wenn beide Seiten gefühlt werden, wird das Feld, in der sie erscheinen, sichtbar und erlebbar. Dann können sich beide Pole in voller Blüte entfalten.
Die Ursache, warum in unserer Gesellschaft so viele Menschen an Depressionen und Gefühlsverarmung leiden, liegt meines Erachtens an dem kollektiven Verleugnen dieser elementaren Lebensweisheit.
Wenn du dich deinen „negativen“ Emotionen nicht stellst und glaubst, durch diese
Ausgrenzung nur noch „positive Emotionen“ zu empfinden, spürst du irgendwann gar nichts mehr.
Sich seinem spirituellen Dasein zu öffnen bedarf einer gewissen Portion an Mut und geistiger Reife. Doch dem, der diesen Mut aufbringt und sich seinen Energien urteilsfrei zuwendet, öffnet sich das ganz große Mysterium – die transzendente, übergeordnete Ebene der Dualität aus Liebe und Hass, Freude und Trauer, Glück und Leid.
Eine völlig neue und unbekannte Ebene erscheint in unserem Bewusstsein, eine Dimension, die jegliche mentale Vorstellungskraft um Lichtjahre hinter sich lässt. Kein Gedanke, kein Begreifen kann jemals in diesen Bereich eindringen, denn es ist der Urgrund, aus dem alle Gedanken, alle Gefühle und alles Sein emporsteigen. Dieser innere Kosmos, der genau so unendlich und unergründbar ist wie der Kosmos im Außen, beinhaltet alles was ist, war und jemals sein wird.
Er beinhaltet mich, dich und jeden anderen.
Er beinhaltet alle Materie und sogar die Zeit selber.

Erst wenn man diesen Raum erfahren hat, kann man erahnen, was Buddha mit Nirwana oder der Hinduismus mit Moksha meinen.

Wissenschaft und Non-Dualität

Die physikalische Grundlagenforschung, insbesondere die Elementarteilchenphysik und die Kosmologie, liefern bereits seit Jahrzehnten absolut irrationale Ergebnisse, die unsere Verständnisfähigkeit und jegliche Logik weit hinter sich lassen. In weiten Bereichen erscheint die moderne Physik wie eine Abhandlung über östlichen Mystizismus, als wäre sie von den indischen Upanischaden abgeschrieben worden.

Stephen Hawking, der angesehenste Physiker der Gegenwart, schreibt, der Kosmos bestünde nur aus den zwei Grundelementen Raum und Energie.
Das klingt sehr vertraut. In Indien wurde dies bereits vor 5000 Jahren herausgefunden. Damals verwendete man nur andere Worte als heute Shiva und Shakti als Synonym für Raum und Energie, oder präziser ausgedrückt: Bewusstsein und Energie.
Wie konnten die Inder dies ohne Teleskope und moderne Naturwissenschaften herausfinden?
Wenn das Weltall tatsächlich nur aus Raum und Energie bestehen sollte, bestünden auch wir, als Teil dieses Universums, nur aus Raum und Energie. Und genau das entdecken wir, wenn wir in uns selbst hineinschauen: Raum und Energie.
Man kann die Welt also auch aus dieser Perspektive ergründen und benötigt dafür nicht einmal die Brillanz eines Stephen Hawking.

Was für den Astronomen das Teleskop und für den Physiker der Teilchenbeschleuniger ist, ist für den Mystiker seine Innenschau, sein Gewahrsein – und alle führen zu den gleichen Ergebnissen.
Bereits Einstein kam vor mittlerweile 100 Jahren in seinen Berechnungen zu dem Ergebnis, dass der Kosmos allen Raum und alle Zeit gleichzeitig beinhaltet.
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft existieren gleichzeitig wie ein Film auf einer Filmrolle. Einstein prägte dafür den Begriff Blockuniversum als einer übergeordneten Dimension jenseits von Raum und Zeit, die er Hyperzustand nannte.

Die Mystik spricht hier einfach nur vom „Hier und Jetzt“, dem gegenwärtigen Zustand in dem bereits alles anwesend ist – Gestern, Heute und Morgen. Alles geschieht im Hier und Jetzt.

„Bevor Abraham war
bin Ich“
Jesus

Wirkliche Spiritualität hat nichts mit Esoterik, Engeln, Elfen oder Einhörnern zu tun. Sie ist die exakte Wissenschaft des Inneren, in der eindeutige Methoden zu eindeutigen Ergebnissen führen.

„Die Religion der Zukunft wird eine kosmische Religion sein. Sie sollte sich auf das Natürliche ebenso beziehen wie auf das Spirituelle und ein religiöses Empfinden zur Grundlage haben, welches aus der Erfahrung erwächst, dass alle Dinge der Natur und des Geistes eine sinnhaltige Einheit bilden.“
Albert Einstein

Im Welle-Teilchen-Dualismus der Elementarteilchenphysik taucht das Bewusstsein mittlerweile als definierte physikalische Größe auf. Es ist einfach nicht mehr zu leugnen, dass der Akt des Beobachtens in einem Experiment für ein vorhersagbares Verhalten von Teilchen verantwortlich ist.
Der passive Akt des Beobachtens verändert das Verhalten der realen Welt.
Letztendlich führt kein Weg an der spirituellen Erkenntnis vorbei. Sie ist der direkte Zugang zur Realität und zum wahrhaftigen Erkennen. Nicht als abstraktes theoretisches Konzept, sondern als lebendige Offenbarung. Dieser Weg steht jedem offen, es braucht nicht einmal einen Schulabschluss. Eine übertriebene Intellektualiserung und der Wille, alles mental zu erklären, stehen der intuitiven Erkenntnis eher im Weg.

Selig sind die geistig Armen,
denn ihrer ist das Himmelreich
Jesus

Ein kollektives Verleugnen der Dimension der Spiritualität ist nur in absoluter Verblendung möglich, in der alle Erkenntnisse der gegenwärtigen Forschung aus Quantenphysik, Kosmologie oder Neurobiologie willentlich ignoriert werden.
Der Schweizer Chemiker und Entdecker des LSD, Albert Hoffmann, sagte einmal: „Ein Chemiker, der kein Mystiker ist, hat die Chemie noch nicht verstanden.“

Ein Neurowissenschaftler oder Physiker, den seine Forschungen nicht zur Spiritualität führen, hat seine eigenen Ergebnisse noch nicht verstanden.
Wahrscheinlich wird diese Erkenntnis erst in Jahrzehnten oder Generationen im  kollektiven Bewusstsein der Gesellschaft ankommen. Auch die kopernikanische Revolution dauerte mehrere Generationen, bis der Übergang vom geo- zum heliozentrischen Weltbild, bis also die Tatsache, dass die Sonne sich nicht um die Erde dreht, im Bewusstsein der Menschen angekommen war.

Alles findet in diesem leeren Raum in uns statt, den wir in uns vorfinden, wenn wir aufhören, uns im Kampf mit den Polaritäten zu verstricken. Wenn wir aufhören, uns immer und immer wieder an das Rad des Lebens zu binden und mit ihm auf das Karussell der Emotionen und Energien aufzuspringen.

Darin liegen der Sinn und das unglaubliche Geschenk der Spirituellen Reise, der Heldenreise unserer Seele durch das tosende Meer von Samsara.

Manik, Januar 2017
www.lichtrebellen.de


Die weiße Tara steht im Buddhismus für die Reinheit der Erkenntnis

 

Widerstand und spirituelles Wachstum

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Dieser Text schließt an „Die Gnade des Widerstands“ an
in dem ich mich mit den tieferen Ursachen des inneren Widerstandes befasst habe.

Im Anschluss möchte ich den Umgang mit dem Phänomen Widerstand genauer untersuchen.

Der Widerstand fühlt sich häufig an wie eine innere Mauer, die man auf dem Weg zurück zu sich selbst nicht durchschreiten kann. Es sind Emotionen oder psychosomatische Körper-Reaktionen, die dich vom Fühlen und Wahrnehmen deiner inneren oder äußeren Realität abhalten. Wenn du unruhig wirst, sobald du dich zum Meditieren hinsetzen willst, wenn du Kopfschmerzen bekommst, wenn bestimmte Themen angesprochen werden oder du eine Anspannung erfährst, wenn du dir deine Gefühle anschauen möchtest sind dies alles Formen des Widerstands.

Von „Außen“ betrachtet erscheint der Widerstand wie eine Barriere auf dem Weg zu unseren wahren Gefühlen, den tieferen Schichten unseres Wesens.
Nachfolgend werde ich aufzeigen, dass der Widerstand genau dies nicht ist sondern das Tor zu deiner tieferen Realität, eine Botschaft deiner Seele. Er ist ein Hinweis an dich, dass du irgendwann in deinem Leben falsch abgebogen bist und dich in etwas verrannt hast, um das es einfach nicht geht.

Nicht der Widerstand muss aufgelöst werden, sondern du wirst dich ändern und dem Widerstand entgegen gehen und sich ihm anpassen müssen.
Wenn du den Widerstand als den Hüter des inneren Lichtes erkennst, der uns davor bewahrt, uns vollkommen in der Traumwelt zu verlieren und die Reinheit und Unschuld unseres göttliches Lichtes gegen wertlose Glasperlen einzutauschen, geschieht ein tieferes Verstehen und Respektieren.
Dann nähern wir uns dem Widerstand so, wie es ihm gebührt. Wir sind bereit, sein Geheimnis, das er über Jahrzehnte für uns bewahrt hat, in Unschuld, Demut und Hingabe zu empfangen. Erst wenn du dazu bereit bist, hast du deine Lektion gelernt und die notwendige Reife erlangt, um den Raum hinter dem Widerstand betreten zu können.

Dann erkennst du, dass er deine Seele nicht nur vor der Welt, sondern auch vor dir als Produkt dieser Welt geschützt hat. Du musst die Wege dieser Welt hinter dir lassen um wieder dein wahres Selbst zu sein.

Indem du dich in der Begegnung mit dem Widerstand wandelst, deine Motive, Ansichten und Haltungen hinterfragst, wächst du nach und nach aus der Gesellschaft heraus und kommst dir selber immer näher. Du wandelst dich von einem genormten Massenprodukt zu einem Individuum, von einem Schaf zum Löwen.

Wenn du allerdings nicht bereit bist, dieses Tor zu durchschreiten und nur auf den Torbogen starrst in der irrigen Annahme, er stünde dir im Wege, kämpfst du gegen den Widerstand an. Du trittst gegen den Torbogen um ihn zur Seite zu schieben und kommst auf deinem Weg keinen Schritt weiter.

Dann verhältst du dich nicht anders als eine Fliege, die durch ein gekipptes Fenster in einen Raum fliegt und den Ausweg nicht mehr findet. Sie fliegt ständig gegen die Scheibe und erschöpft ihre Kräfte, ohne zu begreifen, dass nur wenige Zentimeter entfernt hinter dem undurchsichtigen Fensterrahmen, der Weg in die Freiheit nie versperrt war.

Geh einfach ein wenig zur Seite, lass deinen Blick weicher werden und du wirst den Durchgang in das innere Universum hinter dem Widerstand erblicken.

Doch es gibt eine Bedingung, bevor du dort eintreten kannst. In diesem Universum haben unsere Ideen, Vorstellungen und Meinungen über uns und die Welt keinen Platz. Wir können diese Gaben nur in Unschuld empfangen. In dieser Unschuld, ohne Vorstellungen darüber, wie das Leben zu sein hat und ohne den Versuch, unser Innerstes gemäß unseren Erwartungen zu manipulieren, offenbart sich das Mysterium des Daseins, vor dem wir uns nur staunend verneigen können.

Deinen Widerstand überwinden zu wollen hingegen gleicht einem Versuch, diese Geschenke zu erzwingen, der Welt ihr Geheimnis gewaltsam zu entreißen.

Dennoch kann es gelegentlich unterstützend sein, sich im Umgang mit seinen Widerständen Hilfe zur Seite zu holen. Manchmal will sich das innere Navi einfach nicht verbinden, die Orientierungslosigkeit wird unerträglich und Glaubensmuster mit ihren Blockaden sind so tief verankert, dass keine Lösung erkennbar ist. Dann kann die Hilfe einer spirituellen Therapie oder eine energetische Heilbehandlung dich an ein tieferes Spüren und Wahrnehmen deiner selbst heranführen.
Ein spiritueller Therapeut kommt nicht als Helfer deines Egos. Er kommt als Freund deines wahren Potentials, als Geburtshelfer deiner inneren Befreiung. Er ist ein Begleiter auf deiner Innenreise, der den Weg schon ein Stück vorausgegangen ist und ihn für dich mit seiner Taschenlampe etwas ausleuchten kann.

Ein spiritueller Therapeut nimmt Kontakt mit deiner Seele auf, weil er selber den Zugang zu dem Mysterium in sich gefunden hat

Letztendlich ist es die Liebe, die den Widerstand auflöst. Liebe, die den Schmerz der Selbstentfremdung kennt und das unsägliche Leid, Leben über Leben scheinbar unentrinnbar in Illusionen und Selbsttäuschung verstrickt zu sein. Liebe, die jedem Wesen aus tiefstem Herzen die Befreiung wünscht, weil sie um die Sehnsucht nach Befreiung in jeder Seele weiß.

Dann ist der Zeitpunkt gekommen, in dem die ersten Sonnenstrahlen eines neuen Erwachens dein Sein berühren und die Saat, die so viele Leben in dir überdauert hat, endlich aufgehen kann. Du kannst erkennen, dass es nie einen Widerstand gegeben hat, sondern immer nur Liebe, die etwas in dir beschützt hat, auch wenn du es nicht sehen konntest.

Der Traum vom Ich

Um der Entfremdung durch die innere Spaltung ihre Basis zu entziehen, ist es hilfreich, zuerst einmal zu untersuchen,  wie diese in uns installiert wurde.

Die Methode einer selbstentfremdeten Gesellschaft dich von dir selbst abzutrennen, ist es, dich in einen unlösbaren Konflikt zu stürzen. Du wurdest durch Erziehung und tägliche Manipulation gezwungen, dich mit einem Teil von dir zu identifizieren und den anderen Teil abzulehnen und zu verleugnen.

In einer Welt aus sich ergänzenden Gegensätzen, in der kontinuierlich Leid in Glück, Freude in Trauer, Angst in Zuversicht und Nähe in Distanz ineinander übergehen und zusammen ein größeres Ganzes bilden, führt diese Haltung zu einer tiefen Zerrissenheit und lebenslangen inneren Konflikten       .
Niemand ist für diese gesellschaftliche Konditionierung verantwortlich, sie geschieht nicht willentlich oder gezielt sondern ist die Grundschwingung der Dualität, integraler Bestandteil der Illusion von Getrenntsein. Die Inder haben dafür den Begriff von „Maya“ geprägt, die fundamentale Täuschung. Wir alle unterliegen ihr und geben sie, solange wir uns ihrer nicht bewusst sind, von einer Generation an die nächste weiter. Das ganze Dasein, jede Handlung und jede Lebensäußerung ist geprägt von dieser inneren Spaltung. Wir nehmen sie energetisch bereits auf, bevor wir zu denken gelernt haben. Sogar unsere Art zu denken selber basiert auf dieser Spaltung.

Das einzige, was meinem Wissen im Wege steht, ist meine Schulbildung.
Albert Einstein

Noch bevor wir als Kind ein Ich-Bewusstsein 2entwickeln, haben wir dieses System bereits tief verinnerlicht, es ist das Fundament unseres Selbstbildes. Wenn wir nach Jahrzehnten in Schulen und Universitäten uns immer weiter diesen Denkmustern angepasst und unterworfen haben, ist diese Spaltung so fest in uns etabliert, dass wir uns keine andere Realität mehr vorstellen können. Wir kennen nichts anderes, als uns mit der einen Hälfte unseres Seins zu identifizieren und daraus unser Ego zu erschaffen und die andere Hälfte zu verurteilen, zu verleugnen und damit aus dem bewussten Erleben zu verdrängen.

Als innerlich zerrissene, gespaltene Wesen, ohne Zugang zu unserer Kraft und Weisheit, sind wir auf Führung und moralische Lenkung durch politische und religiöse Autoritäten angewiesen. Wir sind abhängig von der Liebe und Anerkennung durch Andere, die wir aber nur erhalten, wenn wir ihren Bedingungen entsprechen und das Ego-Spiel der Gesellschaft mitspielen. Weil jeder andere genauso zerrissen ist, alle Medien, alle Heldengeschichten, Gedichte und Romane nur von zerrissenen Menschen berichten, ihre Dramen und Abenteuer verherrlichen, vergessen wir vollständig, auf natürliche Art zu leben. Wir vergessen, dass in unserem Inneren all die Liebe und Anerkennung, all das Verbundensein, das Gefühl von Einheit, alles was wir immer im Außen gesucht haben, bereits vorhanden ist.

Doch der Weg dorthin scheint versperrt und unerreichbar, denn dort befinden sich all die Objekte, die wir vorher verleugnet haben – die wir, obwohl sie doch so offensichtlich in uns existent sind und zu uns gehören, nicht als Teil unseres Ichs akzeptieren konnten. Die unterdrückte Wut im Bauch, die nicht geweinten Tränen im Herz, die ungelöste Selbstablehnung im Sakralchakra – all dies ist noch da und springt uns ins Gesicht, wenn wir zum ersten Mal wirklich nach Innen schauen.

Energien verschwinden nicht, indem wir sie uns wegwünschen. Egal was wir machen, sie sind immer in uns, denn es gibt in dir keinen Bereich außerhalb von dir. Alles, was du dir vorstellen kannst, alle Plätze, an denen du etwas verstecken könntest, bist Du, geschieht in deinem Bewusstsein, ist Teil deines Bewusstseins.

Aber einen Trick hat unser Ego noch auf Lager. Da es unmöglich ist, die eine Hälfte unseres Seins zu eliminieren und zu einem Nicht-Ich zu machen, erschaffen wir uns einfach ein neues Ich, unser Ego.

Wir grenzen in unserem Bewusstsein einen klar definierten Bereich ab, den wir nach unseren Vorstellungen gestalten können und den wir scheinbar unter Kontrolle haben. In diesem Teil identifizieren wir uns nur mit unserer erwünschten Seite. Die andere Hälfte wird einfach verleugnet, indem wir nicht mehr an sie denken und so tun, als wäre sie nicht da. Die schönen Objekte ziehen wir an uns heran, die unerwünschten drücken wir weg. Wir spalten uns innerlich auf.

Damit ist zwar nichts gewonnen – alles ist so wie es immer war – aber wir können endlich nach außen das gewünschte Selbstbild präsentieren und werden nicht mehr abgelehnt oder angegriffen für das, was wir wirklich sind.

Ich mach mir die Welt,
wiede wiede wie sie mir gefällt.
Pipi Langstrumpf

Das Ego ist nur die Maske, die dein inneres Kind aus reiner Selbstliebe vor sein Gesicht hält um endlich die Anerkennung und Liebe zu bekommen, die ein Kind so dringend für sein Überleben braucht.

Zuerst geschieht dies unter Protest: „Wenn du mich nicht so lieben kannst, wie ich bin, dann bin ich jetzt eben so wie du mich haben willst.“ Doch da dieser Schritt in der Regel in der frühen Kindheit geschieht, vergessen wir ihn schnell und glauben tatsächlich dieses nach außen gezeigte Ego zu sein. Wir glauben unsere eigene Selbstverleugnung, ein erdachtes Traum-Gebilde, das konstant mit einem nicht endenden Gedankenstrom erschaffen und aufrechterhalten werden muss.

Wir haben ein künstliches Pseudo-Ich der guten und erwünschten Eigenschaften erschaffen, das dem entspricht, wie die Gesellschaft uns haben will: nett, höflich, freundlich und gut.
All die Eigenschaften also, die jeder als Beschreibung seiner Persönlichkeit als positiv empfinden würde.

Was wir als nicht zu uns gehörend definiert haben, bleibt zwar weiterhin vorhanden, aber wir lassen unsere Gedanken nicht mehr in diese Richtung strömen. Dieser Bereich ist jetzt unser Unbewusstes.

Eine Zeitlang funktioniert dieser Trick ganz gut. Aber Irgendetwas fühlt sich dennoch immer ein wenig merkwürdig an.
Dieses Ich scheint auf tönernen Füssen zu stehen und keine Stabilität zu besitzen. Es muss ständig bestätigt werden, ist schnell verletzt und beleidigt und häufig vom Zusammenbruch bedroht.

Um uns dem nicht auszusetzen umgeben wir uns am liebsten mit Menschen, die auch an die Realität ihres Egos glauben und darin einwilligen, unser Ego zu unterstützen. Menschen, die uns an unsere Persönlichkeitsanteile außerhalb unseres Egos erinnern, werden gemieden und als Bedrohung unserer Persönlichkeit wahrgenommen.

Wahrlich, keiner ist weise, der nicht das Dunkel kennt.
Hermann Hesse

Doch einigen dämmert es irgendwann, dass etwas gänzlich Unbekanntes in ihnen schlummert und darauf wartet, entdeckt zu werden.

Etwas unterhalb der Wahrnehmungsschwelle, das sich als permanente Angst, Einsamkeit oder Depression bemerkbar macht und gelegentlich sogar heftig und gewalttätig in Form von Wut, Angst, Eifersucht oder Depressionen ins bewusste Erleben drängt. Der verleugnete Teil unseres Seins fordert sein Recht ein dazuzugehören. Viele Menschen entscheiden dann, sich mit Drogen, Tabletten oder Alkohol zu betäuben, als gesellschaftlich favorisierte Lösung dieses Problems. Einige wenige begeben sich auf den spirituellen Weg, auf der Suche nach dem, was sie wirklich sind.

Wenn sie dann etwas von Meditation hören, setzen sie sich hin, schauen nach Innen – und bekommen einen riesen Schreck. Alles, was wir nie als Teil von uns dabei haben wollten, was wir ignoriert und ausgegrenzt haben, liegt noch immer da, wo es bereits war, als wir beschlossen haben, dort nicht mehr hinzuschauen. Das macht anfangs eine Heidenangst und für einige endet diese spirituelle Entdeckungsreise damit auch schon wieder.

Das ist durchaus nachvollziehbar, denn schließlich machen wir uns ja auf den Weg, damit es uns besser geht und nicht, damit wir uns noch schlechter fühlen. Doch diese Konfrontation mit dem eigenen Lügengebäude ist unausweichlich und tut einfach weh. Wer dir etwas anderes erzählt, lügt dich an und ist mehr an deinem Geld interessiert als an deinem Wachstum. Leider ist die Esoterik-Szene voll von solchen Tröster-Veranstaltungen, die dir durchaus ein paar warme Momenten bescheren können, aber nichts mit Spiritualität oder Erwachen zu tun haben.

Die spirituelle Selbstergründung ist nichts für Zartbesaitete. Es ist eine Heldenreise, das Spannendste und Faszinierendste, was dir in deinem Leben geschehen kann. Unser Verstand kann sich die Realität, die sich darin offenbart, nicht vorstellen. Ja er kann sie nicht einmal begreifen, wenn sie uns widerfährt.

Gehörst du zu den wenigen Menschen, die ein klein bisschen neugierig auf sich selber sind, sich nicht mit vorgefertigten Antworten zufrieden geben und bereit sind, hinter den Horizont ihrer bisherigen Welt zu schauen? Dann möchte ich Dir in Teil 3 dieses Textes gerne einen Weg aufzeigen, der vielleicht ein wenig Klarheit in das Chaos bringen und dir den Weg durch deine Widerstände bahnen kann.

Manik, November 2016
www.lichtrebellen.de

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Mythos Herzöffnung

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Eines der am häufigsten geäußerten Anliegen in der spirituellen Praxis ist der Wunsch nach einer Herzöffnung. Die Klienten erleben ihren Alltag als lieblos distanziert und erfahren den Umgang mit sich selber als wenig liebevoll, wertschätzend oder annehmend.
Als Verursacher dieses Zustandes wird gerne das verschlossene Herz entlarvt zusammen mit der Idee, diese Selbstwertthemen würden heilen, wenn das Herz wieder ordentlich spirituell funktioniere.

Diese Vorstellung beruht meiner Meinung nach auf einem Missverständnis über die Natur energetischer Prozesse. Der grundlegende Irrtum hierbei ist die Idee, das Herz aktiv öffnen zu können, Macht und Kontrolle über das Herz haben und es dem Willen und dessen Vorstellungen unterwerfen zu können. Er führt dazu, dass wir dem Herzen mit einer Haltung begegnen, die tatsächlich der Grund für das Gefühl des verschlossenen Herzens ist – ein wahrer Teufelskreis.

Was geschieht, wenn wir versuchen dem Herzen unsere Vorstellung davon, wie sich eine Öffnung anfühlen soll, aufzuzwingen?
Jede Vorstellung geschieht ausschließlich im Kopf, in den Gedanken. Die Gedanken können grundsätzlich nichts über den Raum des Herzens wissen, denn dieser ist für die Gedanken unerreichbar. Jeglicher Zustand des Herzens kann nicht gedacht, sondern immer nur gefühlt werden. Die Gedanken können nur Erinnerungen über längst vergangene Zustände konservieren und daraus ein mentales Objekt konstruieren, das dieses Gefühl wiederherstellen soll. Es bleibt dennoch nur eine Vorstellung, die nicht auf der Natur des Herzens beruht.

Doch erst einmal scheint diese Idee von einem offenen Herzen einen Ausweg aus dem Leiden zu bieten. Deshalb richten wir uns mental darauf aus und fangen an, diesen Zustand zu begehren.

Aber leider führt dich jede Sehnsucht, jedes Begehren weg von dir und dem Fühlen deines Herzens.
Egal ob du eine Millionen Euro, eine Villa am Wannsee, den perfekten Partner oder eine Herzöffnung begehrst. All dies sind nur mentale Vorstellungen in deinem Kopf.

Deine Phantasie von einer Herzöffnung ist nur eine Fiktion, ein Traum. Gedanken, die sich der Kopf über das Herz macht. Und der Kopf weiß gar nichts über das Herz.
Jeder Versuch, diese Vorstellung in die Realität umzusetzen, ist ein direkter Angriff auf das Herz.
Er ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt und wird dich nur noch tiefer ins Leiden führen.

Wie mit einem kalten Laserschwert konzentrierst du deine mentale Energie auf den Raum des Herzens und schneidest mit deinen Vorstellungen blind darin herum.
Ein solches Verhalten kann niemals eine Herzöffnung bewirken.

Mit den besten Absichten dringt der Kopf in das Herz ein und versucht ihm seinen Willen aufzuzwingen.
Der Kopf, der nur der Diener des Herzens sein kann, schwingt sich zum Herrscher auf.

Dein Herz gehört nicht dir – du gehörst deinem Herzen.
Wahre Liebe, die Liebe des offenen Herzens, kann nicht besessen werden, kann niemals dein Eigentum sein.
Du wirst von ihr in Besitz genommen, löst dich in ihr auf und verschwindest darin.
Du verlierst jede Kontrolle und jede Macht.
Das ist die große Angst vor der Herzöffnung.

Was können wir also tun?
Die Antwort ist ganz einfach: Nichts.
Jedes Tun kommt aus einem Wollen des Verstandes und kann nicht ins Herz führen. Erst wenn wir alles Tun, das Herumpfuschen in unserem Herzensraum unterlassen, kann sich ETWAS tun. Doch dieses Tun ist nicht von uns gemacht, es tut sich selber als natürlicher Fluss des Lebens in dir. Sobald du aufhörst dich einzumischen, fließt der Strom des Lebens ungestört zurück in die unbeschreibliche kosmische Harmonie. Zieh dich aus deinem Herzen zurück und lass es in Ruhe.

„Es ist das Herz, das die ursprüngliche Ewigkeit jedes Lebewesens kennt“.
Hildegard von Bingen

Das ist die Herzöffnung nach der du suchst. Und sie fühlt sich absolut nicht so an, wie du es dir vorgestellt hast. Jetzt erkennst du, dass jede Vorstellung reine Zeitverschwendung war.
Der Lösungsversuch des Problems war selber das Problem – was für ein kosmischer Witz.

Der Sanskrit-Name für das Herz-Chakra „Anahatta“ bedeutet „Das Unverwundbare“ und darin liegt eine sehr tiefe Erkenntnis. Ganz gleich ob dein Herz verschlossen oder verwundet ist – starre nicht dorthin, versuche nichts zu verändern, zu heilen oder zu unterstützen. Fühle einfach was du fühlst, zieh deine Ideen und Konzepte zurück und erlaube dem Herzen zu sein was es ist, ohne ein Gefühl abzulehnen oder heranzuziehen.

Es gibt keine falschen Gefühle. Alles was das Herz fühlt ist richtig.
Was du fühlst ist bereits das, was du fühlen sollst. Wenn du also ein verschlossenes oder verwundetes Herz spürst – gut. Lass es verschlossen oder verwundet sein. Spüre einfach wie es sich anfühlt, ohne es anders haben zu wollen. Drücke dein Ich nicht dort hinein, denn dieser Raum gehört nicht dir. Es ist ein ganz natürlicher Prozess, wie ein Sonnenaufgang oder das Erblühen einer Blume. Erlaube dem Schmerz sich zu entfalten und lass ihn erblühen sodass er eines Tages saftige Früchte des Mitgefühls tragen kann.

„Die Heilung des Schmerzes liegt verborgen im Schmerz“
Rumi

Das Herz wird sich selber heilen sobald du aufhörst dich einzumischen.
Wenn du es mit seinen Wunden oder gar verschlossen akzeptierst, hat es die Kraft, sich über alle Wunden zu erheben und zurück zu sich selbst zu finden.

Man braucht ein wenig Praxis und Übung um mitzubekommen, wo man sich in den natürlichen Fluss des Lebens einmischt und mit dem Denken in immer tiefere Bereiche eindringt.
Das Ego nutzt jede Möglichkeit, um diese Herzöffnung zu verhindern und es gibt sich auch nach der Herzöffnung nicht geschlagen. Es wird alles versuchen, um die Kontrolle über dein Herz zurückzugewinnen. Doch dazu später mehr.

Die Erfahrung einer Herzöffnung, wenn plötzlich die ganze Welt in Liebe getaucht ist, das Licht aus dir und allen Dingen heraus leuchtet und das Leben wieder einen Sinn ergibt, ist so überwältigend, dass es manchmal schwerfällt damit im Alltag umzugehen.
Denn in diesem Zustand kannst du dich selber nicht mehr belügen. Wenn du es doch versuchst, spürst du es unmittelbar und schmerzvoll in deinem Herzen.
Du erkennst, dass dein bisheriges Leben das Resultat eines verschlossenen Herzens ist und nur mit einem geschlossenen Herzen so weitergelebt werden kann. Um weiterzumachen wie bisher müsstest du dein Herz betrügen.
Vielleicht bemerkst du, dass du deinen Partner nicht liebst und es dir schadet, lieblose Beziehungen aufrechtzuerhalten. Vielleicht kannst du deinen Beruf nicht mehr ausüben, den du aus rationalen Gründen gewählt hast und der nirgends deine Herzenswahrheit, deine Leidenschaft und tiefere Einsicht reflektiert. Eventuell bricht dein Freundeskreis weg und die neuen Freunde, die zu deiner neuen Schwingung passen, hatten noch nicht genügend Zeit, dem Ruf deines Herzens zu folgen.
Dein bisheriges Leben entgleitet dir und deine Fähigkeit zur Hingabe entwickelt sich gerade erst, ist noch schwach und unbeholfen.

„Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.“
Jesus

Wir müssen wieder ganz von vorne beginnen, lernen wie Kinder zu leben. Diesmal können wir keine Kompromisse mehr machen, unsere Wahrheit nicht mehr verraten. Wir können uns einer kranken und verlogenen Gesellschaft nicht mehr anpassen und unterordnen. Dann wird uns bewusst, dass wir uns nicht mehr in der Masse der anderen Schafe verstecken können und einige Konflikte auf uns zukommen werden.

Die Herzöffnung gibt es nicht zum Nulltarif.
Wir können diese wahrhaftige Liebe nicht kontrollieren. Je mehr wir ihr erlauben, durch uns zu strömen, desto mehr übernimmt sie unser Leben.
Doch wohin wird sie uns führen?
Sind wir stark genug?
Sind wir bereit, diesen Preis zu bezahlen?
Vielleicht kommen erste Zweifel auf, da es fast unmöglich erscheint, mit einem offenen Herzen zu leben.
Daher halten die meisten Herzöffnungen auch nicht lange an.

„Unsere tiefste Angst ist es nicht, ungenügend zu sein.
Unsere tiefste Angst ist es, dass wir über alle Maßen kraftvoll sind.
Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, das wir am meisten fürchten“
Nelson Mandela

In dieser Phase kann es vorkommen, dass wir uns das frühere Leben und die altvertraute Kontrolle des Verstandes zurück wünschen. Jetzt gaukelt er uns vor, uns immer gut beschützt durchs Leben geführt zu haben.

Das ist die Gelegenheit, auf die das Ego gewartet hat.
Und es hat verschiedene Tricks auf Lager um die Kontrolle über dein Herz zurückzugewinnen.
Eine sehr beliebte Methode ist es, das bedingungslos und frei in alle Richtungen strahlende Licht der Herzöffnung zu fokussieren und auf ein Objekt als scheinbare Ursache dieser Öffnung zu projizieren.
Manche erschaffen sich eine offensichtlich unerfüllbare Lovestory, in die sie alle ihre noch unerlösten Hoffnungen und Sehnsüchte hinein projizieren.
Naturgemäß werden sie unerfüllt bleiben, weil kein Partner dafür da ist deine Sehnsucht zu befriedigen. Doch die anschließende große Enttäuschung ist ein perfekter Vorwand, das Herz wieder zu verschließen.

Ein anderes häufig auftretendes Phänomen nennt ein Freund gerne „Das Imperium schlägt zurück“

Eine Herzöffnung ist nicht selektiv, nicht auf die angenehmen Gefühle beschränkt. Die Tür des Herzens öffnet sich grundsätzlich für alle Gefühle, die das Herz empfinden kann und mit dem Licht steigt immer auch der Schatten nach oben.
Nach der glückseligen Anfangsphase voller Licht und Liebe wird die Sicht klarer und erblickt auch die noch unerlösten Muster, all die Ursachen des einstigen Verschlusses. Scham, Schuld, Angst oder Selbstablehnung sind immer noch da und warten darauf, angeschaut und erlöst zu werden.
Diese Phase scheint das genaue Gegenteil der Herzöffnung zu sein. Nicht wenige glauben, sie hätten sie wieder verloren und geben sich selber die Schuld dafür. Sie fangen an mit dem Kopf nach den Ursachen ihres Versagens zu forschen und dringen mit dem Verstand wieder in den Raum des Herzens ein um genau dort zu stehen, wo sie am Anfang dieser Reise standen.

Dabei ist die Herzöffnung gar nicht verloren gegangen – sie hat sich einfach nur vertieft.
Denn mit ihr geht die Reise in die unermesslichen Mysterien des Universums erst los, immer tiefer und tiefer ins Herz des Seins abtauchend.

In der spirituellen Therapie bringen wir ganz individuell Licht und Klarheit in diese unbewussten Vorgänge. Du gewinnst das Vertrauen, dass dir ermöglicht, dich dem Fluss deines Lebens hinzugeben und mit ihm ganz natürlich in Richtung Ozean zu strömen, der endgültigen Vereinigung entgegen.

Das ist die Bedeutung von Unio Mystica – die Vereinigung mit dem Göttlichen in dir.

Manik, Oktober 2016

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Was ist Spiritualität?

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Über die Bedeutung von Spiritualität höre ich tagtäglich die unterschiedlichsten Meinungen. Die meisten davon wurden beiläufig irgendwo aufgeschnappt und nicht weiter hinterfragt.
Manche sehen in der Spiritualität die Möglichkeit, übernatürliche Kräfte und Fähigkeiten zu erwerben. Andere projizieren auf sie ihr christliches Heiligenbild und glauben, ein spiritueller Mensch müsse immer nett und freundlich sein, jedem Obdachlosen sein Geld geben und dürfe niemals nein sagen. Wieder andere erwarten von der Spiritualität die Erlösung von ihrem Leid oder die Erfüllung ihrer Wünsche und sind der Ansicht, ein spiritueller Mensch sei nicht mehr in der Lage, unangenehme Gefühle zu empfinden.
Für mich sind all diese Definitionen Begleiterscheinungen unserer Kultur und unserer unbewussten Hoffnungen und Sehnsüchte.

Spiritualität aber hat mit alledem überhaupt nichts zu tun.
Es ist das Fragen der absolut elementarsten Frage: Wer bin ich.

Wenn ich bereits erkannt habe, dass ich nicht mein Name oder meine Berufsbezeichnung bin und vielleicht sogar schon sehen kann, dass ich auch nicht meine Meinungen und nicht einmal meine Biografie bin, dämmert allmählich die Erkenntnis, dass ich absolut keine Ahnung habe, wer ich in Wirklichkeit bin.

Aber was fangen wir jetzt mit dieser Information an und wie können wir von hier weitergehen?

Indem wir versuchen herauszufinden, wer all dies hier liest und darüber nachdenkt.
Wenn du glaubst, dass du deine Gedanken und Gefühle bist, unterliegst du einer Illusion. Du hast dich noch nicht gefragt, wer all diese Gedanken wahrnimmt, wem diese Gefühle widerfahren.

Auf diese Frage kann dir niemand eine Antwort geben – du musst es ganz alleine für dich herausfinden.
Sicher gibt es eine Menge vorgefertigter Antworten und Erklärungen, doch die meisten davon sind unbrauchbar und bringen uns keinen Schritt weiter.

Die Neurowissenschaftler behaupten zu Beispiel, die einen Gedanken nehmen die anderen Gedanken wahr. Aber auch hier bleibt offen, wer den ersten Gedanken wahrnimmt, der den zweiten Gedanken wahrnimmt, und so weiter und so fort.
Es gibt immer ein Dahinter, wir stehen genau da, wo wir vor der Antwort standen.

Wenn uns keine Antwort von außen mehr zufriedenstellen kann und wir uns selber auf die Suche nach dem machen, der all das sieht und erlebt, beginnt wirkliche Spiritualität.
Dann kommen wir zu der Erkenntnis, dass das, was all das sieht, selber nicht gesehen werden kann. Denn sobald es gesehen werden könnte, wäre es nur ein weiteres wahrgenommenes Objekt und nicht das, was sieht.
Das, was all diese Erfahrungen macht kann selber keine Erfahrung sein, da es die Quelle oder Ursache aller Erfahrungen ist.

Wenn wir ehrlich mit uns sind, erkennen wird, dass wir keine Ahnung haben, wer oder was das sein könnte, das da in uns denkt und fühlt. Dieser Erfahrende ist sich offensichtlich seiner selbst nicht bewusst. Man kann auch sagen, dass er schläft.

Mit dieser Einsicht beginnt das Erwachen.
Alle ernstzunehmenden spirituellen Meister haben über Jahrtausende gelehrt, dass der Mensch sich in einen tiefen spirituellen Schlaf befindet und mit fest geschlossenen Augen durch die Welt geht.

Wenn das Sehende, das Selbst oder Atman, wie es in der indischen Mythologie genannt wird, erwacht, erkennst du, dass dein Ego nur ein Traum ist.
Erwachen bedeutet nicht, dass du als Ego, welches du ja auch sehen und erfahren kannst, aufwachst. Das Sehende ist nicht du so wie du dich bisher kennst. Es hat keine Ich-Qualität, weil es darin kein Gefühlsobjekt wie „ich“ oder „mein“ geben kann, denn auch die werden von ihm gesehen.
Es ist auch nicht die Errungenschaft deiner Meditation oder etwas durch deine Disziplin Erschaffenes. Es ist reines Leben, der natürliche Ausdruck des Seins und war immer schon da, egal ob du danach schaust oder nicht.
Diese Ich-freie Unpersönlichkeit des inneren Lichtes wird auch als Manjushri bezeichnet und ist nicht individuell sondern universell und kosmisch.

Wie können wir uns dieser Erkenntnis nun nähern?

Du erfährst immerfort, wie sich in dir Freude in Trauer, Angst in Zuversicht und Liebe in Hass verwandeln. Und du bist in Konflikt mit der einen Seite und begehrst die andere Seite. Du suchst das Glück und vermeidest das Unglück, ohne zu erkennen, dass beide einander bedingen und letztendlich eins sind, wie zwei Seiten einer Medaille.

Wenn wir aufhören mit den Gegensätzen zu kämpfen und unsere Meinungen, Vorlieben und Abneigungen nicht länger in die natürliche Reinheit unseres Seins zu projizieren, nähern wir uns ganz von selber im natürlichen Fluss des Lebens unserem wahren Selbst.

Dieses Sehende in jedem Menschen ist nicht Teil der materiellen Welt. Es ist transzendent und außerhalb der Welt der Dualitäten aus sich ergänzenden Gegensatzpaaren, weil es beide Pole erfahren kann und damit keiner von beiden ist.

Dieses ganze Drama spielt sich auf der Leinwand des Lebens vor deinem inneren Auge ab. Dein Selbst ist das, was sich diesen Film anschaut.
Du kannst beide Pole der Dualität erleben und so den Weg aus der Verstrickung finden.

Wenn du aber einen Teil der Polarität ablehnst, kannst du auch nur eine Seite erfahren und musst warten, bis das Rad des Lebens sich weiter dreht und die Rückseite in dein Bewusstsein aufsteigt.
Solange du eine Seite der Erfahrung bevorzugst und ihre Rückseite ablehnst, entgeht dir das größere Ganze, kannst du die Leinwand nicht sehen.
Du befindest dich in dem Zustand, den die indische Weisheitslehre Samsara nennt, angekettet an das fortwährend sich drehende Rad des Lebens.

Erst wenn durch ein tieferes Verstehen die Sinnlosigkeit deines Kampfes mit dir selber erkannt wird, du aufhörst zu greifen oder abzulehnen und dich dem urteilsfreiem Zulassen hingibst, entfällt die Notwendigkeit der zeitlichen Abfolge.
Jetzt erfährst du beide Gegensätze, beide Pole der Dualität gleichzeitig und nicht als voneinander getrennt. Du erkennst, dass sie eins sind. Freude und Trauer, Liebe und Hass, Angst und Zuversicht sind ein und dasselbe. Wenn du eines wählst, wählst du auch das andere, wenn du eines ablehnst, lehnst du immer beide ab.
Ohne Abwehr gleitest an einem Gefühlszustand in die Tiefe und siehst dessen Gegenteil als seine Wurzeln. Beide Pole sind Teil eines größeren Ganzen, das du bisher nicht sehen konntest.

Dieses Erkennen ist das Größte und Schönste was ich mir im Leben vorstellen kann, es ist der Sprung in eine völlig neue Dimension, in die Sphäre das Göttlichen.
Denn auch Leben und Tod sind nur zwei Pole etwas vollständig Unbeschreiblichem. Etwas, das über beide weit hinausgeht und in dem Leben und Tod stattfinden, ohne dass es selber davon betroffen ist.

Abgesehen von dieser gelebten Erkenntnis gibt es keine Hoffnung auf Erlösung oder Befreiung.
Wir alle werden sterben – dieser Körper, diese Form wird sich auflösen. Das Ende unseres Lebens ist unausweichlich und jeder Mensch wird irgendwann mit dieser Situation konfrontiert

Viele Menschen wählen den Weg der Verleugnung, halten sich an ihrer Alltagsroutine fest, in der Hoffnung, darin etwas Halt und Orientierung zu finden.
Andere werden innerlich stumpf und leblos und manche lösen das Problem, indem sie bereits zu Lebzeiten jeden Zweifel und damit auch jede Hoffnung in Alkohol oder Drogen abtöten.

Nur wenige entscheiden sich für Spiritualität und den Weg der Erkenntnis.
Wenn du zu den wenigen Glücklichen gehörst und wirklich an dir selber und an der Wahrheit tief in dir interessiert bist, hast du in diesem Leben die einmalige Chance, innerhalb dieser Form zum Formlosen zu erwachen.

Du kannst innerhalb deiner sterblichen Hülle den Urgrund von allem erkennen. Die Quelle, die nie geboren wurde und deshalb auch niemals sterben wird, weil sie auch Leben und Tod in sich vereint.
Diese Quelle ist in dir, so wie sie in allem ist, was dieses Universum jemals hervorgebracht hat.

Nutze diese Möglichkeit, die du mit dem unglaublichen Geschenk des Lebens erhalten hast.
Nutze die Form um das Formlose zu erkennen und lebendiger Ausdruck dieser Erkenntnis zu sein.

Erkenne und beende den Kampf in dir und deine Weisheit wird in Liebe erblühen.

Drehe dich nicht mehr mit dem Rad des Lebens in dir und du siehst, dass du nicht daran gekettet bist und es auch niemals warst.
Du warst nur einer Illusion erlegen.
Du hast einfach nur geträumt.

Du bist frei und bist es immer gewesen.

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Das Rad des Lebens

Manik, Oktober 2016

Über den Umgang mit Siddhis oder spirituellen Kräften

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Immer wieder kommen im Laufe der Energetischen Behandlung Klienten mit Phänomenen in Kontakt, die anfangs verwirrend oder gar beängstigend sein können. Zu diesen Siddhis gehören Kräfte und Fähigkeiten in der materiellen Welt oder Zugänge zu höheren, immateriellen Sphären.

Plötzlich gehen Türen selbständig auf, Licht oder Küchengeräte schalten sich scheinbar von selbst ein oder werden durch den Kontakt mit dir reihenweise defekt.
Auch der Zugang zu anderen Dimensionen und Wesenheiten sind typische Phänomen, wenn die Energie bei ihrem Aufstieg nach oben in immer höheren Frequenzen schwingt und dadurch diese bisher verborgenen Ebenen der Realität empfangen kann. Du kannst die Gedanken anderer Menschen so laut hören, als sprächen sie diese aus oder siehst Ereignisse voraus, die dann tatsächlich eintreten.
Diese Phänomene, auch wenn sie scheinbar um dich herum aus den Objekten selber zu entspringen scheinen, gehen doch von dir aus. Es sind deine unbewussten Kräfte, die in dir erwachen, vergleichbar mit einem Schlafwandler oder einem Kind, das schon in der Lage ist, Objekte im Raum zu bewegen, aber noch nicht zum Bewusstsein erwacht ist und daher nicht weiß, was es tut.

Du bist es, der die Türen öffnet oder das Licht einschaltet. Aber du machst es auf einer Ebene, auf der deine Kraft gerade erst erwacht, du selber aber noch schläfst. Deine Vertiefung ist noch nicht bis hierher vorgedrungen. Doch die Morgendämmerung hat bereits begonnen. Erste Lichtstrahlen erstrecken sich über die seit Ewigkeiten gefrorene Landschaft und erwecken deine innere Welt allmählich aus ihrem Kälteschlaf.

Siddhis sind ganz normale Phänomene, wenn du zu deinem wahren Selbst, zu deiner wahren Größe erwachst. Wie ein Kerkerhäftling, der nach Jahrzehnten angekettet in einem dunklen Loch zum ersten Mal die Luke öffnet und die Sonne sieht, macht deine Seele nach Äonen des spirituellen Schlafes das Tor nach innen auf und erblickt die Zentralsonne in der Mitte deines Herzens.

Diese Kräfte sind nur die Oberfläche einer viel tieferen Dimension. Sie gleichen den Sonnen-Eruptionen an der Oberfläche, beeindruckende energetische Phänomene, die dennoch nichts über die Tiefe und Vorgänge in der Sonne selbst aussagen.
Daher ist es sehr entscheidend, wie du mit diesen Phänomenen umgehst. Ob du an der Oberfläche hängen bleibst und dich in spirituellen Spielchen verstrickst, oder ob du bereit bist noch tiefer in das Mysterium deines Seins einzutauchen.
Gerade wenn du ausgeprägte spirituelle Kräfte oder einen leichten Zugang dazu hast, wirst du wahrscheinlich auch starke Blockaden und Widerstände in dir installiert haben, um diese Kräften unter Kontrolle zu halten und dich von ihnen abzutrennen. In unserer materialistischen Gesellschaft mussten viele spirituelle Menschen die Erfahrung machen, sich mit diesen Kräften in Gefahr zu bringen und dafür verurteilt oder abgelehnt zu werden.
Wir alle haben die Hexenverbrennung des Mittelalters noch kollektiv in Erinnerung, in der alle medial begabten Menschen in größter Gefahr waren, auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden.
Auch wenn heute keine Scheiterhaufen mehr auf den Marktplätzen stehen, unterscheidet sich unsere Gesellschaft nicht grundlegend von der des Mittelalters. Heute haben wir den Medien-Pranger, in denen jeder, der nicht der materialistischen Religion huldigt und es wagt, eine davon abweichende Sichtweise zu vertreten, verächtlich oder lächerlich gemacht und in den medialen Marktplätzen der modernen Welt als Freak und Spinner vorgeführt wird.
Nur wenige haben die Kraft, sich dieser Erfahrung zu stellen, alle anderen trennen sich aus reinem Überlebensinstinkt lieber von ihrer wahren Größe ab.

Wie bereits oben erwähnt, können sich Siddhis in zwei Richtungen auswirken, als Kraft in der materiellen Welt oder als Zugang zu höheren Dimensionen.
In der materiellen Ausprägung liegt die Versuchung eher darin, dich wieder in die Verstrickung mit der Welt hineinzuziehen und diese Kräfte für Ego-Spielchen oder zum Erreichen persönlicher Vorteile zu missbrauchen.
Die immaterielle Form hingegen kann dich bei unachtsamem Umgang mit ihr aus dem Kontakt mit der physischen Realität heraus in eine sehr spezielle Form des Wahnsinns ziehen.
Deshalb ist es gerade beim Umgang mit starken spirituellen Energien sehr wichtig, neben der Unterscheidungsfähigkeit und Klarheit (Viveka) auch der Arbeit mit dem Wurzelchakra und damit der Verwurzelung im eigenen Körper einen hohen Stellenwert zukommen zu lassen.

Wenn du tiefer mit dir in Kontakt kommst und siehst, dass diese Energie ganz unten von dir selbst ausgeht, bist du an einem wichtigen Scheideweg.
Wenn du erkennst, dass die Siddhis im Grunde nichts anderes sind als dein bisheriges Greifen mit den Händen, eine Wiederholung deiner Struktur auf energetischer Ebene und ebenso sinnlos, weil es auch auf energetischer Ebene einfach nichts zu greifen gibt, geht die Reise tiefer in Richtung Quelle. Du hörst einfach auf mit diesen Kräften zu spielen und erkennst, dass sie nur eine kurze Phase auf dem Weg in die Tiefe sind.

Oder aber du unterliegst Mara, dem Sog der Dunkelheit, verstrickst dich in der Versuchung und gehst auf einer tieferen Ebene wieder verloren in der Welt der Gier nach Objekten. Dann spielst du wie ein unwissendes Kind mit den Eruptionen an der Oberfläche der Sonne und bringst dich um die Erkenntnis, dass du selber diese Sonne bist. Wenn du diese Kräfte für deine Ego-Spielchen missbrauchst werden sie früher oder später destruktiv. Erst wendest du sie in deinem Verlangen gegen andere, anschließend wird sich die Energie gegen dich selbst richten.

In der spirituellen Welt gibt es viele Beispiele für diese gefallenen Yogis, wie sie in Indien genannt werden. Den Allmachtsphantasien ihrer anfänglichen Kräfte verfallen, erkennt man sie an ihrer schwarzen Aura, einer düsteren Ausstrahlung. Sie haben ihre Gier und Selbstsucht bis in die Tiefen ihres Seins getragen und selbst die Energien nahe der Quelle in ihrer Verblendung, für ihre Ego-Zwecke missbraucht, die Reinheilt und Heiligkeit ihres Seins gegen billigen vergänglichen Ramsch eingetauscht.
Ein spirituell ausgerichteter Mensch wird vor dieser Energie instinktiv zurückschrecken.
Wenn es jedoch dein Ziel ist, selbst auch solche Kräfte zu besitzen um andere zu manipulieren und einen Vorteil in der Welt zu erringen, fühlst du dich zu diesen dunklen Meistern hingezogen um dich von ihnen auf die dunkle Seite der Macht ziehen zu lassen.

Kannst du der Versuchung aber widerstehen, geht die Reise weiter in unvorstellbare Dimensionen, Welten über Welten, die sich in deinem Inneren offenbaren.
Aus dieser Perspektive erscheinen Siddhis nur als weiterer Versuch von Mara, dem Herren der Finsternis, dich im Leiden von Samsara, dem ewigen Kreislauf des Lebens und Sterbens, gefangen zu halten.

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Die Versuchung Buddhas durch die Verlockungen Mara’s

Manik, Oktober 2016

Die Gnade des Widerstands

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Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit,
perfekt angepasst zu sein an eine kranke Gesellschaft
Krishnamurti

Immer wieder werde ich in meiner spirituellen Praxis oder im Rahmen der Energiebehandlungen mit dem Wunsch konfrontiert, bei der Überwindung von Widerständen oder Blockaden behilflich zu sein. Häufig geschieht dies mit einem selbstanklagenden Unterton „Ich komme nicht weiter auf meinem Weg, weil ich immer noch im Widerstand bin“

Aus meiner Sicht handelt es sich dabei um ein grundlegendes Missverständnis über die Natur des Widerstandes, der als eine Art Gegner des spirituellen Wachstums oder des therapeutischen Fortschritts fehlinterpretiert wird. Der Widerstand wird als ein innerer Feind angesehen, der bekämpft und vernichtet werden muss, um auf seinen Trümmern ein erfülltes spirituelles Wesen zu errichten.

In jahrelanger Erfahrung mit Energetischen Heilbehandlungen und als Gruppenleiter habe ich unzählige Menschen mit dieser Sichtweise erlebt. Sie alle haben in ihren inneren Kämpfen eine Niederlage nach der anderen erlitten und doch den Zusammenhang nicht gesehen.

Ich erinnere mich an meine eigenen Kämpfe, die ich in mir ausgefochten habe und die mich nicht einen Schritt näher zu mir gebracht haben. Bis eines Tages etwas passierte, was meine Sicht auf die Natur des Widerstandes grundlegend verändert und mir Türen geöffnet hat, die vorher fest verschlossen schienen.

Was also ist aus Sicht der energetischen Heilung der eigentliche Sinn des Widerstands? Warum gibt es ihn und woher kommt er?
Ich möchte nachfolgend versuchen, diese Sichtweise, der ich so viel zu verdanken habe, so gut ich kann zu vermitteln.

Aus energetischer Perspektive ist der Widerstand zuerst ein Selbstschutz. Er schützt unsere Seele vor der kalten, zerstörerischen Welt der Logik, die alles Spontane, Mystische und Irrationale unter seine Kontrolle bringen und damit zerstören will.
Er schützte unseren Wesenskern, unser inneres Kind vor der skrupellosen, kalten, entfremdeten und berechnenden Welt der Erwachsenen. Und er schützt dein inneres Kind vor Dir, der du jetzt selbst ein Erwachsener geworden bist.

Nur deinem Widerstand ist es zu verdanken, dass dein Wesenskern unzerstört ist und sich aus deiner Kindheit, als du noch mit dem Urgrund des Seins verbunden warst, bis in die Gegenwart herüber gerettet hat.

Eines Tages, wenn die Zeit reif und du bereit dazu bist, wird sich dir deine Seele in ihrer ganzen unbeschreiblichen Schönheit offenbaren. Aber dafür musst du bereit sein, dich zu verändern. Der Versuch, den Widerstand zu überwinden wird dir nicht weiterhelfen, denn ist er nur ein Trick des Ego, das sich nicht verändern und die Früchte der Inneren Transformation ernten möchte, ohne diese verdient zu haben.

Inneres Erblühen ist nicht gemäß deiner Vorstellungen möglich, es geschieht nur zu den Bedingungen deines Widerstandes.

Aber woher kommt er nun und wie ist er entstanden?
Zuerst einmal müssen wir verstehen, dass er nichts Wesensfremdes, von außen hinzugefügtes ist. Du selber hast ihn in der Unschuld deiner Kindheit mit dem Ziel installiert, deine Reinheit und Verletzlichkeit vor dem kalten Zugriff der entfremdeten Welt der Erwachsenen zu schützen.
Indem du ihr keinen Zugriff mehr auf deine bis dahin völlig ungeschützte, offene und verletzliche Seele gewährtest, konnte diese ihre Reinheit bis heute bewahren.
Und du hast dies so perfekt eingerichtet, dass auch du selber keinen Zugang mehr dazu hattest. Damit dir nicht versehentlich oder unter Zwang doch noch etwas durchrutscht, musste der Widerstand absolut dicht sein und sogar dich selber ausgrenzen. Jetzt erst warst du bereit, in die kalte, manipulative, immer auf den eigenen Vorteil bedachte Welt der Erwachsenen einzutauchen. Um zu überleben musstest du dich selber verleugnen, werden wie alle anderen und nach den Regeln der Gesellschaft spielen. Du musstest den Kontakt mit der Reinheit deiner Seele, deiner unendlichen Zartheit und Verletzlichkeit aufgeben. Ansonsten wärst Du nicht in der Lage gewesen, die unverständlichen, bizarren, freudlosen und langweiligen Vorstellungen der Gesellschaft zu akzeptieren und ihre Spielregeln zu deinen zu machen.

Als Mensch, der in Kontakt mit der Reinheit seiner Seele ist, kannst du nicht in einem Schlachthaus arbeiten, als Soldat deine Mitmenschen ermorden oder als Banker hilflose Rentner um ihre Ersparnisse bringen. Du könntest kein korrupter Politiker werden, kein heuchlerischer Priester und kein verschlagener Finanzinvestor. Im Kontakt mit deiner Seele kannst du dich nicht selber verraten. Du kannst nicht gegen die tiefsten Einsichten deiner spirituellen Natur handeln.

Doch deine Kindheit ist lange her. Du hast den Verlust deiner Natürlichkeit und Authentizität längst vergessen und die Regeln der Welt als unausweichlich akzeptiert. Als Jugendlicher magst du in einem letzten verzweifelten Aufbäumen noch kurz rebelliert haben, mittlerweile aber hast du die Regeln als unausweichlich akzeptiert und zu deinen eigenen Werten gemacht. Du hast das, wogegen du dich als Kind mit dem Aufbau einer inneren Mauer schützen musstest, verinnerlicht und als wahr und gültig akzeptiert. Du bist zu einem der Erwachsenen geworden, vor denen deine kindliche Seele sich so bedroht fühlte und schützen musste.

Um Bestandteil des Wertesystems der Gesellschaft zu werden, musstest du dich selber verlieren, die Unschuld deiner Kindheit verleugnen. Um das Ego-Spiel von Erfolg, Ruhm und Macht zu spielen, musstest du den Kontakt zu der unendlichen Weite deines inneren Universum aufgeben. Du bist selber zu einem gesellschaftlich anerkannten Ego geworden und träumst den Traum, ein kleines, vom Ganzen abgetrenntes Ich zu sein.
Wenn du ehrlich mit dir bist und ganz tief in dich hinein schaust, kannst du auch erkennen, dass du resigniert hast. Manchmal sehnst du dich noch nach dem unvergleichlichen Zauber deiner Kindheit zurück, als die Welt ein wundervolles Zauberland voller märchenhafter Geheimnisse war und du dich so leicht und glücklich angefühlt hast.

All dies scheint unwiderruflich verloren und selbst die Suche danach hoffnungslos und reine Zeitverschwendung zu sein.
Mit der gleichen kalten Logik, vor der du dich einst schützen musstest, übergehst auch du jetzt deine Intuition und dein Herz und folgst den Wegen der Welt, strebst, wonach alle streben. Mag sein, dass dein Streben, dem Zeitgeist entsprechend, heute mit esoterischem oder spirituellem Wissen unterfüttert und mit weise klingenden Worten ausgeschmückt ist. Aber all dies wird dir nichts nützen, solange du der Logik deines Kopfes folgst und glaubst, schlauer zu sein als dein inneres Kind. Du wirst das Gefühl der Getrenntheit nicht überwinden, dein Herz nicht öffnen und deinen tiefen Schmerz nicht ablegen können.

Jesus sagte einmal „Wenn ihr nicht umkehrt und wieder werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht in das Himmelreich eintreten“

Dies ist das spirituelle Dilemma, vor dem jeder Mensch, der sich für den Weg des Erwachens entschieden hat, irgendwann steht: wie kann ich wieder zurück zu mir finden, wieder der sein, der ich wirklich bin.
Glücklicherweise ist dein wahres Selbst, deine Seele niemals verloren gegangen, denn du warst weise genug, es ganz tief in dir zu verstecken, geschützt vor dem Zugriff der Welt und dir selber.
Es wartet geduldig darauf, dass du dich endlich auf die innere Reise begibst um es zu befreien, dass du endlich anfängst, dich selbst zu entdecken.
Doch das geht nicht nach deinen Vorstellungen. Auf dieser Reise gelten klare Regeln an die du dich zu halten hast, um nicht zu scheitern.

Wenn Du dich deinem innerem Kind als Erwachsener näherst, mit der besserwisserischen Selbstgerechtigkeit angelernten Fremdwissens, wirst du auf dem Weg nach Innen ausschließlich auf deinen eigenen Widerstand stoßen.

Dann bist du noch nicht reif, dich der Intelligenz deines inneren Kindes, deiner dir innewohnenden Weisheit hinzugeben und alle Ideen und Vorstellungen über die Welt und die Natur der Dinge fallen zu lassen. Du bist noch nicht bereit, die Botschaft der tieferen Mysterien dieses Universums zu empfangen und dich ihnen unterzuordnen und hinzugeben.

Der Widerstand schützt uns davor, mit angelerntem Pseudowissen und halbgaren Psychotechniken in unserem Innersten herum zu pfuschen.
Unsere Intuition erkennt diese Annäherung als zweite Angriffswelle des kalten mentalen Logos, diesmal in Form des von der Gesellschaft in dir installierten Erwachsenen.
Deine Seele wird niemals mit deinem Ego kooperieren. Sie wartet geduldig und still, bis du eines Tages bereit bist, die Botschaft zu empfangen.

Die Intuition verstehen

Wahres Verstehen geschieht, wenn der Versuch des Egos, die vollständige Kontrolle über unser Wesen zu erlangen und selbst die Unschuld und Weisheit des Herzens für seine Zwecke zu missbrauchen, als solcher erkannt wird.

Ich hatte einige Jahre einem Beruf,  bei dem ich viel mit Politikern und Geschäftsleuten zu tun hatte, die schon vor langer Zeit ihre Würde und Selbstachtung gegen einen gut bezahlten Posten eingetauscht hatten. Und sie wären auch bereit gewesen, ihre Seele zu verkaufen um endlich ganz nach oben zu kommen, um Ruhm, Macht und Geld zu ergattern.
Wenn du bereit bist dies zu durchschauen und das Ich, das nach solchen Dingen strebt, hinter dir zu lassen, werden deine inneren Blockaden und Widerstände wie Schnee in der Sommersonne dahin schmelzen.
Wenn du die Botschaft deiner Seele empfangen möchtest, musst du dich ihr völlig offen wie ein Kind nähern und bereit sein, zu empfangen und deine Überzeugungen und Ansichten hinter dir zu lassen.

Therapie als Vermeidung

Doch dieses Verständnis braucht Zeit zum Reifen und manchmal müssen wir noch die eine oder andere Extra-Runde drehen.

Gerade in esoterischen und therapeutischen Kreisen finden sich häufig Menschen auf der Suche nach Anerkennung und Zugehörigkeit. Sie funktionieren nicht richtig nach den Regeln der Gesellschaft und sehnen sich danach, auch einmal erfolgreich zu sein. Fest entschlossen, sich in etwas umzugestalten, das endlich funktioniert und nicht mehr aneckt, nutzen sie jede Therapie und jede Meditation, um diese widerspenstigen Energien in sich unter ihre Kontrolle zu bringen.
Nach wiederholtem Scheitern an ihrem Widerstand kommen sie auf die Idee, sich professionelle Hilfe zu holen und in Form einer Therapie eine zweite Angriffswelle im Kampf gegen sich selbst zu starten.
Der Therapeut soll helfen, die Kontrolle über uns vollständig und allumfassend zu machen und unser Ego bei seiner Machtergreifung über uns selbst zu unterstützen.

Deine Seele aber durchschaut diesen Versuch und wird den Widerstand nicht aufgeben. Bestenfalls wird sie ihn so geschickt modifizieren, dass der Therapeut ihn nicht mehr erkennen kann. Aber die Tür zu deinem inneren Universum wirst du auf diese Weise nicht öffnen können.

Erst wenn du den Widerstand als Ausdruck deiner Liebe und Selbstachtung erkennst, kannst du dich ihm in Respekt, Dankbarkeit und Hochachtung nähern. Und dann wird sich das Tor öffnen.

Was ich nicht erklären kann,
seh‘ ich als Neurose an
(Psychologen-Witz)

Was ist spirituelles Erwachen? Dr. Quantum kann es erklären

Was ist spirituelles Erwachen?
Dr. Quantum zeigt in dieser kleinen Episode aus einer Kinder-Wissenschafts-Doku besonders anschaulich auf, wie andere Realitäten erahnt werden können. Dies ist eine sehr schöne Analogie zum spirituellen Erwachen, da auch der spirituelle Raum eine völlig andere Dimension ist. Und auch diese kann nicht theoretisch verstanden oder mental gelernt werden. Sie kann nur durch persönliche Erfahrung direkt und unmittelbar erfahren werden. Und dann weiß man es, ohne dies in den Worten der „Flachländer“ jemals ausdrücken zu können.
Phänomene, wie Energieheilung, Aura-Wahrnehmung oder seherische Fähigkeiten verlieren aus dieser Perspektive ihre mysteriöse Überhöhung und werden als ganz normale Eigenschaften erkennt, die grundsätzlich jedem Menschen zugänglich sind.

Spirituelle Therapie und Energieabeit in Berlin